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Interview zum Eckpunkte-Papier der Koalition
Neues Heizungsgesetz geplant

12. März 2026

Die Heizungsfrage bleibt für viele Hausbesitzer ein Dauerstreitpunkt der Energiepolitik. Nach den turbulenten Debatten um das Gebäudeenergiegesetz GEG) plant die Bundesregierung nun den nächsten Kurswechsel: Das bestehende Gesetz soll durch ein neues Gebäude-Modernisierungsgesetz (GMG) ersetzt werden. Offiziell soll vieles einfacher werden - mehr Technologieoffenheit, weniger Bürokratie und mehr Spielraum für Eigentümer. Kritiker befürchten, das erneut große Unsicherheit entsteht. Welche Regeln gelten künftig wirklich? Wird der notwendige Wechsel zu erneuerbaren Energien ausgebremst - und wer trägt am Ende die Kosten? Darüber sprechen wir mit Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutscher Energieholz- und Pelletverband.

Herr Bentele, die Regierungskoalition plant, das GEG abzuschaffen und durch ein „Gebäude-Modernisierungsgesetz“ zu ersetzen. Wo sehen Sie die größten Schwächen oder Unklarheiten im veröffentlichten Eckpunktepapier – insbesondere mit Blick auf Technologieoffenheit und Planungssicherheit für Hausbesitzer?

 

Vorab muss klar gesagt werden: Wir waren mit dem im Volksjargon als Habeck’sches Heizungsgesetz bekannten GEG in der aktuellen Version zufrieden. Zentrales Heizen mit Holz und Pellets war weitgehend der Wärmepumpe gleichgestellt. Selbstverständlich sind Holz- und Pelletheizungen eine Erfüllungsoption für den erneuerbaren Anspruch von 65 % an die Heizung. Im GMG fehlt jetzt der Mindestanteil von 65 % EE. Den fossilen Energien Öl und Gas wird durch die „Biotreppe“ – also Pflichtanteilen an Biokomponenten – wieder ein Türchen geöffnet. Wobei der Anstieg der Treppe noch gar nicht definiert wurde. Das ist nicht aufrichtig, da hiermit unkalkulierbare Risiken bei Preis und Versorgungssicherheit für den Verbraucher verbunden sind.

 

Kritiker bemängeln, dass die bisherigen Eckpunkte für das GMG keine verlässlichen Rahmenbedingungen für erneuerbare Heiztechnologien schaffen. Welche konkreten Risiken entstehen daraus für Verbraucher, die heute eine Investitionsentscheidung treffen müssen?

 

Die höheren Investitionskosten für Wärmepumpen und Pelletheizungen sind dem Verbraucher schwieriger zu erklären als die günstigeren Gerätekosten für Öl und Gas. Es wird sich gar nicht die Mühe gemacht vorzurechnen, dass erneuerbare Systeme bei einer Vollkostenrechnung über 20 Jahre deutlich besser abschneiden als Öl- oder Gasheizungen. Hier springt man deutlich zu kurz! Die im GMG ab 2029 verpflichtend ansteigenden Anteile an Biogas oder -öl sind weder verfügbar noch preislich kalkulierbar. Fossil heizen ist nur auf den ersten Blick günstiger. Wer rechnen kann, wie die aus meiner Heimat stammende „schwäbische Hausfrau“, denkt 20 Jahre weiter und setzt heute schon auf eine erneuerbare Heizung.

 

Pelletheizungen gelten als erneuerbare, bewährte Wärmelösung. Welche ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile bieten moderne Pelletanlagen im Vergleich zu anderen Heizsystemen – gerade im Bestand und im ländlichen Raum?

 

Heizen mit Pellets hat nichts mit geopolitisch kritischen Regionen zu tun. Es ist komplett heimisch, rechnet sich und ist weit klimafreundlicher als fossile Systeme. Mit 4 Mio. t im Jahr 2025 ist Deutschland europaweit führend bei der Pelletproduktion. Das sichert die Versorgung. Der Preis für Pellets orientiert sich an den Marktmechanismen Angebot und Nachfrage. Auch die Technik kommt aus Österreich oder Deutschland. Heizen mit Pellets ist vollautomatisch und als ENplus-zertifizierter Brennstoff emissionsarm und hocheffizient. Daher passen Pellets sowohl in die Stadt als auch in den ländlichen Raum, in kleinen Gebäuden wie im Mehrfamilienhaus. Ein Heizungstausch hin zu Pellets ist unkompliziert, weil die vorhandenen Heiz- und Lagerräume sowie die Heizkörper sich oft weiter nutzen lassen. Hohe Vorlauftemperaturen decken den Wärmebedarf älterer Gebäude – ideal also für die Modernisierung im Altbau. Wer „nur“ einen Kaminofen benötigt, ist mit Pellets ebenfalls gut bedient.

 

Viele Eigentümer sind verunsichert, ob sie jetzt handeln oder auf neue gesetzliche Vorgaben warten sollen. Was raten Sie Endverbrauchern, die ihre Heizung modernisieren müssen und eine langfristig zukunftsfähige Lösung suchen?

 

Die aktuelle Förderlandschaft ist sehr gut und wird nach meiner Einschätzung in den kommenden Jahren nicht besser. Wer aus strategischen Gründen heute überlegt, von einer fossilen auf eine erneuerbare, heimische Heizung umzusteigen, sollte nicht zögern. Auch mit Blick auf aktuelle internationale Krisengebiete ist man damit gut beraten. Zu Holzpellets können erfahrene Heizungsbauer sowohl zur Technik als auch zur Förderung beraten. Für den Einbau der neuen Pelletheizung hat man übrigens 36 Monate Zeit, nachdem man die Zuschüsse beantragt hat. Für Pellets finden sich diese besonders qualifizierten Betriebe unter www.pelletfachbetrieb.de.

 

Mit Blick auf Klimaziele und Versorgungssicherheit: Welche Rolle sollten Holzpellets und andere biogene Energieträger Ihrer Meinung nach im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) spielen, damit Klimaschutz, Bezahlbarkeit und regionale Wertschöpfung gleichermaßen berücksichtigt werden?

 

Als 100 % erneuerbare Lösung mit Technik und Brennstoff aus Deutschland und Europa sollten Holz- und Pelletheizungen ihr Potential für Wärmewende und heimische Wirtschaft weiterhin ausspielen können. Pelletheizungen sparen jährlich in Deutschland jetzt schon so viel CO2 ein wie 2 Millionen klassische Verbrennerautos.


Aus Verbrauchersicht sind die entsprechenden Fördermittel für die Anschaffung einer Heizanlage mit Pellets sicherlich attraktiv. Nicht zu vergessen ist aber, dass Holzpellets als verlässliche und berechenbare heimische Option insbesondere im laufenden Betrieb wirtschaftlich sind – die Preise für Pellets lagen in den vergangenen Jahren stets deutlich unter den Preisen für Heizöl und Gas. Wer mit Pellets heizt, ist zudem unabhängig von den fossilen Brennstoffen aus dem Ausland. Das ist viel wert, insbesondere in diesen krisen- und konfliktreichen Zeiten.


Auch von den für Öl und Gas wahrscheinlich sogar stetig steigenden CO2-Abgaben sind Pellets befreit. Dazu kommt – und das wird in der manchmal sehr hitzigen Debatte häufig unterschlagen: Moderne Heiztechnik steigert den Wohnkomfort und den Wert des Eigenheims erheblich.

 

Herzlichen Dank für das Interview!

Martin Bentele, Geschäftsführer Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV) und Deutsches Pelletinstitut GmbH (DEPI)

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Geplantes Gebäude-Modernisierungsgesetz
Eckpunkte zur Reform des Heizungsgesetz im Überblick

Bestehende Klimaziele bleiben gültig

Die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekennt sich offiziell zu den nationalen und internationalen Klimazielen, einschließlich der Klimaneutralität bis 2045. Mit den Plänen für neues Heizungsgesetz wollen CDU/CSU ihrem Wahlkampfversprechen gerecht werden, dass Gebäudeenergiegesetz der Vorgängerregierung abzulösen.

Ablösung des bisherigen Heizungsgesetzes

Die Novelle des Gebäudeenergiegesetz von 2023 soll durch ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz ersetzt werden. Ziel sei mehr Technologieoffenheit und weniger ordnungsrechtliche Vorgaben.

65-Prozent-Vorgabe entfällt

Die Pflicht, dass neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, soll offiziell gestrichen werden.

Fossile Heizungen weiter möglich

Neue Öl- und Gasheizungen bleiben grundsätzlich zulässig, sofern die Modelle sicher mit entsprechenden Beimischungen von Bioheizöl (efuels) bzw. Biomethan betrieben werden können. Für diese bisher kaum verfügbaren, klimaneutralen Brennstoffen soll eine stufenweise steigende Quote („Bio-Treppe“) eingeführt werden.

Förderung bleibt zentral

Die staatliche Heizungsförderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude soll zunächst weiterlaufen und Investitionen in klimafreundliche Systeme unterstützen.

EU-Vorgaben im Neubau

Die Anforderungen der EU Gebäuderichtlinie werden umgesetzt: Neubauten sollen schrittweise zu Nullemissionsgebäuden werden (öffentliche Gebäude früher als private)

Kosten einer Pelletheizung im Überblcik

30-70 % FÖRDERUNG FÜR DIE PELLETHEIZUNG

Für den Austausch fossiler Heiztechnik durch eine moderne Pelletheizung stehen attraktive Fördermittel und Steuervergünstigen zur Verfügung.